Tourenprogramm

Skitourentage, Davos- Frauenkirch

Die Anreise am Sonntagabend per Zug nach Davos gelingt trotz Umsteige- und Dichtestress gut, mit auf Fahrt sind: Tinu (BF), René (TL) Madeleine, Wale, Edith, Gerhard, Benno, Marianne. Das Postauto hingegen fährt ohne uns ab Postplatz Davos und eben nicht ab Bahnhofplatz nach Frauenkirch. So kommen wir halt per Taxi und im Bus von Oscar im Landhaus in Frauenkirch an. Oscar hat heute bereits den Engadiner Marathon in einer Superzeit absolviert und ist deshalb mit seinem Bus vor Ort, gerade richtig für uns Gestrandete mit Skigepäck.

Voller Übereifer und mit Vorfreude auf die Tour stehen die ersten von uns am nächsten Morgen bereits um 6.45 statt erst um 7 Uhr vor der Tür des Frühstücksraums, was wiederum die Gastgeberin Carina ziemlich grantig macht. Wir werden jedenfalls mit einer ordentlichen Standpauke empfangen, besonders dem Tourenleiter wird das Fell über die Ohren gezogen, er habe seine Gruppe nicht im Griff und Morgen gelte nun neu 6.45 Uhr. Das Buffet hingegen ist reichhaltig und liebevoll bereitgestellt und lässt uns den ZS schnell verdauen. Wir fahren heute mit der Standseilbahn auf die Schatzalp, nehmen noch zwei Lifte auf Strelabärg, bevor wir nach einer ersten Abfahrt die Felle für die Tour montieren. Gemächlich ansteigend und immer westwärts gehend erreichen wir unseren ersten Gipfel, das Chörbschhora (2651m). Die Sonne hat inzwischen die Abfahrtshänge aufgewärmt, uns erwartet eine tolle Abfahrt auf die Stafelalp hinunter, wo wir bei Kaffee, Nusstorte und viel Geplapper eine ausgiebige Pause machen. Auf mickrigen Schneeresten gelangen wir direkt hinter unser Hotel, gut gefunden Tinu! Für das Nachtessen fahren wir mit dem Bus nach Davos in die Alte Post, heute klappt es sogar mit den Einsteigeorten.

Unsere zweite Tour führt auf den Erezbärg (2615m). Zum Zmorge getraut sich niemand zur falschen Zeit bereit zu sein, ja nicht Corina erzürnen! Das Buffet ist perfekt, das Wetter prächtig, alles paletti. Der Bus fährt uns nach Monstein, dem kleinen Bierbrauerdorf etwas weiter unten im Landwassertal. Wir tragen die Skis durch das Valserdorf und noch wenige Minuten das Strässchen hoch. Der Aufstieg führt durch offene Lärchen- und Arvenwald, über Älpetli, in idyllischer Landschaft. Ausser uns ist kein Mensch unterwegs. Am Gipfelhang geraten wir gehörig ins Schwitzen, doch kaum oben angekommen, haben die Wolken Oberhand gekriegt und es bläst ein giftiger Westwind. Trotzdem geniessen wir die Aussicht auf das Älplihora, das Chrachehore oder auch talauswärts. Sorgfältig fahren wir die ersten paar Meter über den sehr schmalen Geisswegpfad leicht abwärts, bevor wir die besonnten Hänge auf perfektem Sulzschnee zur Hauderalpa (Die Flurnamen in der Gegend hier sind einfach zu schön!) runterkurven. Die letzten Höhenmeter ab Underischt Haud führen uns auf einem kleinen Waldweg, die Skis nun auf dem Rucksack, direkt nach Monstein zurück, wo wir uns frisch ab Presse aus der Fabrik auf dem Bänkli des Dorfplatzes dem Hopfengenuss hingeben. Nebst Bier fehlt heute auch die aromatisch duftende Pfeife von Benno nicht, zudem sorgt Madeleines Naturpfeife mit dem Mieschschnauz für gehöriges Gelächter. Den Apéro genehmigen wir uns im Aufenthaltsraum vom Landhaus, garniert mit Häppchen, für die gestern Wale extra gesorgt hat.

3. Tag: Chüebärg (2635m): Unerwartet schönes Wetter, welch ein Glück! Wir fahren nochmals nach Monstein und nehmen heute das westlich gelegene Bachtal hinter dem Dorf mit Ziel Chüebärg in Angriff. Leider fehlen uns auf der heutigen Tour Madeleines träfe und gute Laune verbreitenden Gespräche, sind doch ihre Felle dummerweise im Hotel geblieben. Sie muss deshalb wohl oder übel zurückfahren. Unternehmungslustig steigt sie dann allein über die Safelalp hoch und geniesst dafür vor dem Bergbeizli Kaffee und Beerenkuchen. Indessen erreichen wir wiederum breite Alpen, Afferied, Büelen, Chüebärg. Unser Ziel ist ein Güpfi nordwestlich vom Büelhora. Mit Oscars amüsanten Gedanken, zum Beispiel über die starken Frauen, die es braucht für Männer auf dem Weg zum Erfolg, erreichen wir mühelos unser Ziel. Mit einem Schneeprofil auf der Nordseite des Chüebärgs erklärt uns Tinu die Lawinensituation wegen des Altschneeproblems. Eindrücklich! Eine breite Schicht Griesschnee auf 1.5 Meter Tiefe. Hänge ab 30° müssen weiterhin besonders sorgfältig geprüft werden. Die Abfahrt bietet von leichtem Raureifschnee, über Sulz bis Knusperschnee und einer sonnigen Langbank vor einer Alphütte etwa alle möglichen Frühlingsvarianten. Beinahe hätte es der Kellner im Restaurant Ducan mit seiner seltsamen Willkommensart vergeigt, uns etwas zu verkaufen. Aber die Lust nach Hopfen und Malz ist grösser als eine Umkehr ohne Tranksamen. Zufrieden schauen wir auf den unerwartet geschenkten Schönwettertag mit der vollauf gelungenen Tour zurück. Und nicht genug davon! Ein weiterer Höhepunkt erwartet uns am Abend. Es gilt zwar zuerst noch gut 1km zu Fuss zu bewältigen, aber das Restaurant Schrämli’s bietet danach ein wunderbares Nachtessen, richtig gourmetmässig. Das super eingespielte Team von Servicefrauen und die festliche Ambiance des Hauses (unsere Sportklamotten ausgenommen) sorgen zudem für allerbeste Zufriedenheit.

Unsere vierte Tour sollte eigentlich ab Pischa im Flüelatal stattfinden. Der Nebel hängt aber leider tief, die Luft ist feucht. Der Schnee verspricht keinen Genuss zum Skifahren und die Aufhellungen werden zu spät eintreffen. Deshalb beschliessen wir, die Tour mit der Bus- und Bergbahnanfahrt ins White-out gar nicht erst zu starten. Oscar und Tinu fahren im Büssli zurück und wir andern nehmen die RhB nach Landquart, wo uns beim Umsteigen vorübergehend die gute Laune abhanden kommt. Lässt doch die Zugführerin die Türen schliessen, bevor Wale, Geru und Benno eingestiegen sind! Schade für diesen verpatzten gemeinsamen Abschluss unserer Davostage! Ärgerlich, aber der Erfolg unserer Touren in einer uns unbekannten Bergregion wird dadurch nicht geschmälert. Die Freude, die mega coole Stimmung untereinander, lassen uns optimistisch auf eine Wiederholung in einem anderen schönen Tourengebiet im Frühling 2027 hoffen.

Tinu, du bist einfach ein Superbergführer! Vielen Dank dir, bis zum nächsten Mal! René, merci für die Organisation. (Beinahe ) Alles hat gut geklappt! Edith, Madeleine, Wale, Oscar, Gerhard, Benno, Marianne (Bericht)