Eigentlich war eine zweitägige Tour im Binntal angesagt. Auf Grund des lästigen Altschneeproblems und der unsicheren Entwicklung von Wetter und Schnee wurde entschieden, die Tour auf die Berner Seite zu verlegen. Das lange Abwarten bis Freitagabend für den Entschied zu einem Tourenziel hatte sich gelohnt. Der Samstag beschenkte uns mit einer rassigen Tour auf den Wildstrubel bei nahezu besten Bedingungen.
Um 7.00h standen wir zu viert alleine in der Gondel, die uns auf die Engstligenalp brachte. Wir überquerten die weite Ebene und stiegen gemächlich unter dem Ammertengrat hinauf zum Strubelgletscher und genossen die grosse Ruhe, waren wir zu dieser Zeit weit und breit die einzigen Skitourengänger im Gebiet.
Gespannt näherten wir uns der Schlüsselstelle unterhalb des Frühstücksplatzes. Eine halb zugewehte Spur führte wohl unter die Steilstufe, die Steilstufe selber sah aber ziemlich abweisend aus. Nach aufwendiger Spurarbeit standen wir unterhalb der Steilstufe und schnallten die Steigeisen an. In der vorhandenen Fussspur gings hoch unter den fast senkrechten Wächtenausstieg den Walter sogleich elegant überturnte und ein Fixseil einhängte. Bald standen wir oben auf dem Grat und zogen in schön ausholenden Bögen weiter über den Ammertengletscher bis hoch auf den Gipfel. Eine atemberaubende Rundsicht ins Wallis belohnte uns für den höhenmeterreichen Aufstieg.
Die Abfahrt war ein Genuss in Pulver. Die Steilstufe beim Frühstücksplatz sind wir etwas unterhalb in steilem Trittschnee abgestiegen. Wir entschieden uns für die Abfahrt über die Nordflanke hinunter auf die Engstligenalp. In den Couloirs fanden wir durchwegs Pulver bis die Schenkel brannten. Erst ganz zum Schluss gerieten wir in die Tramschienen, doch was soll’s, es wartete bald schon das wohlverdiente Bier an der wärmenden Sonne auf uns.
Tina, Silvan und Walter – schön ward ihr bei dieser Tour mit alpinem Zuckerguss dabei.
