Ausbildung alpine Skitour Bürgle Nordgrat
Um 9:15 Uhr treffen sich an der Unteren Gantrischhütte sieben Personen, die sich zum Ausbildungskurs „Skihochtouren“ angemeldet hatten. Im extra für uns geöffneten Restaurant gibt bei einem wärmenden Kaffee Willi eine Einführung in die Ausrüstung. Pickel, Steigeisen, Gstältli und Seile liegen auf dem Tisch parat und werden reihum gegeben. Willi klärt uns über die die Lawinensituation und die Route auf. Die Lawinensituation ist durch den Neuschnee der letzten Tage, Triebschneeansmmlungen und eine schwache Altschneedecke erheblich und die Begebenheiten auf dem Grat unklar. Um 9:45 Uhr geht es mit grossem Optimismus los, der Bürglen Nordgrat ist das Ziel. Die ersten 300 Höhenmeter legen wir mit den Skiern zurück. Vorbei am Birehubel, geht es in den Sattel am Fusse des Nordgrates. Unterwegs geht Willi auf den Schneezustand, die Steilheit des Geländes und Zeichen für Triebschnee ein, alles Faktoren, die seine Entscheidung für eine Spuranlage beeinflussen. Auch lässt er uns entscheiden, wo wir die Steigeisen montieren und ob wir abfellen wollen. Beides wird später nochmal aufgegriffen und diskutiert. Und dann geht es mit aufgeschnallten Skiern los auf den Nordgrat. Die felsdurchsetzte Schlüsselstelle ist bald gemeistert und dann gilt es für Willi eine gute Spur zu finden. Der Triebschnee ist tükisch und er versucht daher möglichst auf dem Grat zu bleiben, um keine Schneebretter auszulösen. Beim Bunker wartet die nächste Herausforderung. Die fünf Seilschaften gehen mit grösseren Zwischenabständen an den Bunkern vorbei und dann ist auch diese Stelle geschafft, und bald darauf der Gipfel erreicht. Die Szenerie auf dem Grat ist wunderbar, wenn auch sehr windig. Das Wolkenspiel, die zahlreichen Halos und die immer wieder wechselnden Aussichten lassen dieses Abenteuer vor der Haustüre zu einem besonderen Erlebnis werden. Auf dem Gipfel wird bei starkem Wind umgerüstet und wer beim Einstieg abgefellt hatte, war klar im Vorteil. Auch das haben wir gelernt, brauchts am Gipfel kein Fell, lieber gleich abfellen. Andererseits hatten wir uns entschieden das Aufschnallen der Ski an einer etwas steileren Stelle vorzunehmen, an der Gefahr bestand Material zu verlieren. Also lieber an einer flacheren Stelle die Steigeisen montieren und länger zu Fuss gehen, aber alles gut verstauen können, als dass einem am Gipfel die Felle um die Ohren fliegen. Die Abfahrt geht über die Nordflanke der Bürglen. Auch hier ist die Situation heikel, so dass wir in weiten Abständen diese tolle Abfahrt geniessen dürfen. Als dann der letzte Hang hinter uns liegt, blicken wir zurück und Willi weist darauf hin, worauf man in einer erheblichen Lawinensituation bei einer Steilabfahrt zu achten hat und wie man sich verhält. So verteilten sich Willi und Markus über den Hang und gaben Zeichen, während wir uns bei Theres wieder gesammelt haben. Um 14:30 Uhr sind wir zurück in der Unteren Gantrischhütte. Hier gibt es bei wärmenden Kaffee einen letzten Austausch über diesen sehr lehrreichen Ausbildungstag in einer wilden, alpin anmutenden Atmosphäre am Bürglen Nordgrat.
Wir bedanken und bei Willi Egger, Markus Glaus und Theres Binggeli für die souveräne Durchführung dieses tollen Kurs unter diesen besonderen Bedingungen und bei Reto für das Öffnen des Restaurants Untere Gantrischhütte und das Bereitstellen von Kaffee und Getränken.
Die Teilnehmenden Barbara Staudenmann, Benjamin Berger, Christoph Aebischer, Cla Rauch, Sandro Grossen, Selina Walther und Tobias Messmer
Bericht: Tobias Messmer
